Foto: Jürgen Schroppa auf der Landesmitgliederversammlung des Landesverbandes Berlin am 15.11.2014

Als Pirat engagiere ich mich für die verschiedensten Themen, vor allem bei Themen wie "Leiharbeit und prekäre Arbeitsverhältnisse", Datenschutz, Netz- neutralität oder Gleichstellung der Geschlechter. Im Gegensatz zu anderen Pira- ten sehe ich die Lösung in der Gleichstellungsfrage nicht in einer "Frauenquote", sondern bevorzuge eine "echte" Gleichberechtigung von Männern und Frauen bei der Vergabe von Posten oder Jobs. Eine "Frauenquote" würde die Besetzung eines Postens durch eine Frau nur dahingehend negieren, dass der Eindruck entstehen könnte, sie hätte es ohne diese Quote nicht geschafft. Es sollten immer (auch bei Männern!!!) die entsprechenden Eignungen vorliegen.

Zu "Leiharbeit und prekären Arbeitsverhältnissen", meinem Stammthema, kann ich hier leider auch nur ein paar Zeilen opfern, zu komplex ist das Thema. Dabei ist genau dieses Thema das wichtigste, welches wir in Hinblick auf den heutigen Arbeitsmarkt zu klären haben. Es sei nur so viel gesagt: In meinen Augen ist es absolute Augenwischerei zu Behaupten, der deutschen Wirtschaft gehe es aufgrund des Euros so gut. Ich sehe die Ursachen für dieses Aufblühen eher darin, dass immer mehr Menschen in immer fragwürdigere Arbeitsverhältnisse gedrängt werden. Vor allem durch Drangsalierungsmaßnahmen der Jocenter und Arbeitsagenturen. Der "AGENDA 2010", kreiert durch SPD und BündnisGrüne sei Dank. Die Piraten haben sich dagegen das Konzept des "BGE" (Bedingungsloses Grundeinkommen) auf die Fahnen geschrieben, ein Konzept, welches (zugegebener Maßen) nicht unumstritten ist.

Der deutschen Wirtschaft geht es - meiner Meinung nach - nur so gut, weil immer mehr Arbeitnehmerrechte zugunsten der Wirtschaft beschnitten wurden und werden. Das ermöglicht der deutschen Industrie oder der Wirtschaft generell ein enorm preiswertes Produzieren auf führendem Standard, was dann natürlich auch preiswerte Exporte ermöglicht, Deutschlands Lebensader Nummer eins. Finanziert wird dieser Wahnsinn durch die Allgemeinheit gleich zweifach: erstens durch die Subventionen, die aus Steuergeldern der Allgemeinheit finanziert werden und an denen sich die Unternehmen bereichern, zweitens durch die Transferleistungen für die so genannten "Aufstocker", die ebenfalls die Allgemeinheit trägt.

Ich möchte mich genau dagegen - und auch in den oben genannten und vielen anderen Punkten - engagieren und sehe dabei die Piratenpartei als die Partei an, die am ehesten für meine Ziele einsteht. Von daher war ein Beitritt in diese Partei die logische Konsequenz.